„Nur auf’s Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen“ (Friedrich Rückert, 1788-1866)

Vor fast einem Jahr habe ich mich auf Instagram der Challenge #meinkreativerjahreswechsel gestellt und in diesem Rahmen einige Vorhaben für das neue Jahr formuliert. Weil die ToDo-Liste eines Handarbeits-Junkies sowieso immer viel zu lang ist und stetig wächst, hatte ich mir drei konkrete Ziele für 2018 definiert. Nun geht das Jahr zu Ende und es ist die Zeit zurückzuschauen, was aus diesen Vorsätzen geworden ist.

Ziel Nummer 1: Vier Paar Stricksocken

Tatsächlich habe ich es geschafft, neben einem gehäkelten Paar vier Paar Socken zu stricken. Alle sind mit unterschiedlichen Techniken  entstanden. Insbesondere die verschiedenen Fersenformen wollte ich testen, um eine optimale Variante für mich zu finden. Ende 2017 hatte ich mich bereits an einer Toe-Up-Socke mit Hufeisenferse versucht, war aber letztlich mit dem Tragekomfort nicht besonders zufrieden.

Dieses erste Paar in 2018 ist erneut von der Spitze zum Bund mit einem Glatt-Rechts-Muster gestrickt. Für die Ferse habe ich mich an einer Anleitung für die Herzchenferse orientiert. Verwendet habe ich ein 4-fädiges Garn von Regia mit NS 3,5. Optisch finde ich sie gelungen, aber auch hier ist die Ferse meiner Meinung nach nicht optimal. Weder das Stricken der Ferse hat mir gefallen, noch sitzt die Ferse richtig gut am Fuß.

Paar Nummer zwei sind ebenfalls Toe-Up-Socken, diesmal mit einer Spiralferse. Gestrickt habe ich mit 4-fädigem Garn von Opal und NS 2,75. Dieses Paar finde ich klasse. Nicht nur die Wolle sieht super toll aus, es trägt sich auch ganz wunderbar. Das Stricken der Spiralferse ist super einfach, weil man im Grunde gar keine Ferse strickt. 😉 Dieses Paar ist bei mir geblieben und gehört momentan zu meinen Lieblingssocken.

Paar Nummer drei sind sogenannte Reihen-Socken. Diese werden mit nur zwei Nadeln und, wie der Name schon sagt, in Hin- und Rückreihen gestrickt. Man beginnt an der Rückseite des Bundes, strickt über die Fersenwand, die Ferse und Unterseite des Fußes bis zur Spitze. Von dort aus geht es dann wieder zurück bis zur Vorderseite des Bundes, wobei man das Strickwerk „unten und oben“ bzw. „vorne und hinten“ während des Strickens miteinander verbindet. Mein Fazit fällt deutlich aus… nie wieder. Es hat mir nicht besonders viel Spaß gemacht. Insbesondere beim Verbinden hatte ich viel Mühe und optisch gefällt mir die Verbindungskante auch nicht. Wer mit einem Nadelspiel überhaupt nicht zurechtkommt, für den mag dies eine mögliche Alternativtechnik sein, aber für mich ist das Stricken mit fünf Nadeln kein Hindernis, deshalb werde ich die Reihen-Technik nicht wiederholen.
Benutzt hatte ich erneut ein 4-fädiges Garn von Opal und NS 2,75. Die Wolle ist sehr schön. Den Schaft hatte ich im Wellenmuster gestrickt und an der Vorderseite ein kleines Herzmuster eingearbeitet. Dadurch sind sie optisch doch recht ansehnlich. Der Tragekomfort der Ferse mit Schrägnaht muss erst noch erprobt werden. Deshalb kann ich dazu bisher kein Urteil abgeben.

Paar Nummer vier sind Patentsocken. Ähnlich wie die Spiralsocken werden auch diese ohne Ferse gestrickt. Denn das Patentmuster ist so flexibel, dass es sich den Füßen prima anpasst.

Nachteil dieses Musters ist, dass es auf Dauer recht eintönig ist und man das Gefühl hat, nicht voranzukommen.

Optisch sind sie definitiv ein Hingucker und aufgrund der Machart auch gute Socken für Kinder, weil sie mit den Füßchen der Kleinen mitwachsen. Benutzt hatte ich wiederum ein 4-fädiges Garn von Opal und NS 2,75. 

Nach all diesen Versuchen wollte ich mich dann mal an eine „richtige“ Top-Down-Socke mit Käppchenferse heranwagen, wie sie meine Mama immer strickt.

Herausgekommen sind zwei Sparsöckchen, die zum Nikolaus gefüllt und verschenkt wurden. Zum Üben waren die zwei „Kleinen“ ideal. Neben der Ferse wurden auch ein paar Muster für den Fußrücken getestet, weil glatt rechts schnell langweilig werden kann.

Im nächsten Jahr wage ich mich dann an eine „Große“ mit klassischer Käppchenferse heran. Nach all den Übungsstunden bin ich guter Dinge. Ich glaube zwar nicht, dass ich mich zum „großen“ Sockenstricker entwickeln werde, aber zwischendurch mal ein Paar zur Abwechslung von der Häkelei ergänzen mein Hobby richtig gut. Und dabei ist es letztlich egal, wie viele Socken dabei entstehen. Es soll vor allem Spaß machen, womit ich auch schon wieder am Eingangszitat meines Beitrages angekommen bin. 

Also verliert eure Ziele nicht aus den Augen, jedoch vor allem nie die Freude an den Dingen, die ihr tut und habt Spaß an eurem kreativen Hobby!

Ich wünsche allen frohe Weihnachten!

Eure CC

2 Antworten auf „SMART zurückgeschaut – Teil 1“

  1. Schön geschrieben. Ich persönlich hätte auch schon zwei Paare für die Kinder gestrickt, mich aber noch nicht an große für mich getraut – dauert ja ewig…
    Mal sehen, hast mir gerade wieder etwas Mut gemacht

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