Heute Teil drei und damit der abschließende in der Reihe meiner Sommerprojekte. Ich möchte  von meinem dritten im Juli begonnenen CAL-Projekt berichten. Gehäkelt wurde der  Loop „Ergane“ nach einer Anleitung von Silke Terhorst von maschenzähler designs.

Der CAL war als Lern-CAL zur Vorstellung neuer oder selten genutzter Maschenarten angekündigt worden. Allein das war für mich ein Grund, daran teilzunehmen. Natürlich gefiel mir auch der fertige Loop, der bereits mit Veröffentlichung gezeigt wurde. 
Der CAL bestand aus neun Teilen, jeder für einen Musterabschnitt in dem Loop. Ich habe mich erneut für eine wunderschöne Knutschkugel aus der „Mützenstraße“entschieden. Diese tollen Blautöne hatte ich vorher bereits in einem Tuch verarbeitet.

Ergane Part 1 © cc bon
Teil 1

Die Musterabschnitte waren allesamt nicht sehr lang und im Schwierigkeitsgrad recht unterschiedlich. Somit war die Häkelei immer abwechslungsreich und selbst bei Maschenarten, die einem nicht so liegen, kam kein großer Frust auf.

Loop Ergane Teil 2 © ccbon
Teil 2
Loop Ergane Teil 3 © ccbon
Teil 3

Es gab tatsächlich in fast jedem Teil des CALs etwas Neues, was ich in der Form so noch nie ausprobiert hatte. Manchmal waren es nur Abwandlungen bekannter Maschenkombinationen mit einem „neuen“ Namen, manchmal wirklich etwas ganz Neues.

Teil zwei wartete z. B. mit den mir bisher nicht bekannten verbundenen Maschen auf, die zu meinem Leidwesen in anderen Teilen erneut auftauchten. Man erreicht zwar nette Effekte damit, aber ich finde sie nicht angenehm zu häkeln. Möglicherweise hängt dies auch vom verwendeten Garn ab.

Besonders schön fand ich den dritten Teil mit der Anordnung und Verknüpfung der Luftmaschenketten zu einem ansprechenden Muster. Die Patentstäbchen waren zwar nicht vollkommen neu für mich und erinnern an den Fußschlingenanschlag, aber diese Maschen mittendrin zu verwenden, darauf bin ich bisher noch nicht  gekommen. Lässt sich künftig bestimmt noch einmal anwenden.

Loop Ergane Teil 4 © ccbon
Teil 4
Loop Ergane Teil 5 © ccbon
Teil 5

Während der vierte Teil wieder recht einfach war, sah ich dem fünften Abschnitt mit dem Zopfmuster erwartungsvoll entgegen. Diese Art von Zopf hatte ich bisher noch nicht gehäkelt und die Änderung der Häkelrichtung war auch neu für mich. Wenn auch nicht genau in dieser Variante, werde ich diese Technik künftig bestimmt noch einmal zur Anwendung bringen.

Loop Ergane Teil 6 © ccbon
Teil 6
Loop Ergane Teil 7 © ccbon
Teil 7

Im Teil sechs tauchten neben den bekannten Noppen erneut die verbundenen Maschen in Erscheinung. Ich gebe offen und ehrlich zu, mit diesen werde ich nicht richtig warm. Ebenso wenig liegt mir die Broomstick-Lacetechnik aus Teil sieben. Ich hatte die Schlingen aufgrund einer nicht übermäßigen dicken Hilfsnadel zwar extra nicht so groß ausgeführt, dennoch erschien mir das fertige Maschenbild etwas unordentlich. Aufgrund der Notwendigkeit, die Schlingen zwischendurch von der Hilfsnadel zu entfernen, wird die Arbeit etwas unhandlich. Man muss sehr darauf achten, dass sich die Schlaufen nicht verziehen und in der Größe gleich bleiben, insbesondere beim gefachten Garn nicht ganz einfach. Sollte ich etwas in dieser Art noch einmal machen, würde ich eventuell auf Hilfsmittel zurückgreifen, die das Entfernen der Schlingen nicht erforderlich macht. Ich denke da speziell an ein dickes Stromkabel, das lang und flexibel genug ist. Für kurze Musterabschnitte ist natürlich eine einfache Hilfsnadel ausreichend. Das müsste ich noch einmal versuchen, wie sich die Schlingen dann abhäkeln lassen. Auf jeden Fall war dieser Abschnitt eine besondere Herausforderung und Erfahrung für mich.

Loop Ergane Teil 8 © ccbon
Teil 8

Die Maschenkombinationen aus dem achten Teil waren keine nennenswerten Neuerungen für mich persönlich. Die Büschelmaschen und die getrennte Bearbeitung der vorderen und hinteren Maschenglieder fand ich im Ergebnis sehr schick.

An dem neunten und letzten Abschnitt habe ich dann etwas länger getüftelt. Es ist nicht so, dass die Maschen besonders schwierig waren, aber die verlängerten Rosenstäbchen machten das Häkelstück extrem weit und labberig. Daran änderte auch der Abschluss mit den verdrehten Rosenstäbchen mit verringerter Nadelstärke nichts. Beide Maschenarten gefielen mir sehr gut. Deshalb habe ich den fertigen Loop eine Nacht an die Seite gelegt und meine Entscheidung erst nach einigem Überlegen getroffen. Schließlich wurde doch geribbelt. Ich reduzierte beim Behäkeln der LM-Ketten die Maschenzahl um 40 (!!!) Maschen und wiederholte die letzten Reihen. Das Ergebnis befriedigte mich noch immer nicht.

Loop Ergane Teil 9 © ccbon
Teil 9

Schließlich entschied mich, die Maschen eigenständig abzuwandeln, häkelte nur eine Reihe mit den verlängerten Rosenstäbchen, folgend mit hStb und dann eine Reihe mit Rosenstäbchen ohne Verlängerung. Da auch der modifizierte Abschluss mit verdrehten festen Maschen immer noch zu locker war, versuchte ich als letzte Variante hStb mit anschließenden Krebsmaschen.  Mit dieser Variante hatte der Loop letztlich eine für mich angenehme Form.

Damit hatte ich nun alle Abschnitte des CALs fertiggestellt. Der Loop gefällt mir in der Gesamtheit aller Muster wirklich sehr gut. 

Leider habe ich mit einem relativ kleinen Maschenanschlag gearbeitet. Dadurch ist der Loop, wie von der Designerin vorab  angekündigt, sehr kurz geworden. Ich mag es zwar, wenn ein Loop eng am Hals liegt, jedoch finde ich es viel zu schade, dass die schönen Muster dann gar nicht mehr zur Geltung kommen. Ich überlege nun deshalb, ob ich den Loop nicht zu einem Oberteil, Sommertop o. ä. umfunktionieren sollte. Von den ca. 900 m Farbverlaufsgarn sind noch ca. 100 m übrig, was für die Träger ausreichen würde. Jedoch lasse ich auch diese Überlegungen erst einmal reifen, bevor ich mich endgültig entscheide.

Fazit: es war ein lohnenswerter und schöner CAL mit einer toll geschriebenen Anleitung, auch wenn ich mit dem letzten Teil gar nicht glücklich war. Ich konnte viel Neues ausprobieren, z.B. auch die neue Lesart einer für mich bis dahin unbekannten Designerin üben. Die Häkelschriften enthielten jede Menge neue Symbole, die ich nicht kannte. Wahrscheinlich werde ich mir das nicht so schnell merken können. Dafür begegnen sie einem in der Praxis viel zu selten. Die Fototutorials für die Sondermaschen waren jedoch super aufgebaut und sehr gut verständlich. Für alle, die mit den Sondermaschen nicht zurecht kommen würden, hat die Designerin alternative Maschenarten aus der Trickkiste gezaubert. In der Anlage der Anleitung wurden diese alle gesammelt auf einer „Schummelliste“ gesondert beschrieben. Auch wenn ich selbst sie nicht gebraucht habe, ist das eine gute Gelegenheit für alle, die zwischendurch mit den Maschen hadern, den Loop trotzdem so schön fertig zu häkeln.

Auch wenn man einen Loop immer gut gebrauchen kann, stand in diesem Projekt für mich persönlich das fertige Häkelstück weniger im Vordergrund. Stattdessen lag mein Augenmerk stärker auf den unterschiedlichen Techniken. Das war für mich eine ganz neue Art der Motivation und eine nicht minder wichtige Erfahrung.

Wenn am Ende der Arbeit dann auch noch so ein schönes Stück herauskommt, bin ich umso glücklicher 🙂

Was meint ihr? Loop oder Trägertop?

Eure CC

2 Antworten auf „Meine Sommerprojekte 2018 – CAL „Ergane““

  1. Ich wuerde den Loop so lassen. Du hast viel Arbeit und Zeit investiert, dich gefreut und geflucht. Das alles steckt in dem fertigen Werk und wird dich auch in fernerer Zukunft immer wieder daran erinnern, was du geschafft und auch gelernt hast.

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